14.03.2010 // U15w1; Saisonfinale gelungen – Platz 6 erreicht

Was sagen Sie Ihrem Chef, wenn Sie nach einer Saison hören: „Unsere Mädchen sind auf den 10. Platz von 10 Mannschaften gekommen. Ihr habt nur zweimal gewonnen. Im nächsten Jahr solltet ihr in der Regionalliga antreten.“ ?

Wie reagieren Sie auf Eltern, die Ihnen sagen: „Wenn wir noch einmal eine Saison spielen, in der wir nur zweimal gewinnen, wirst Du viele Spielerinnen verlieren, weil sie einfach keinen Spaß mehr am Basketball haben werden.“ ?
Ich sage Ihnen meine Antwort. „Lasst uns noch eine Saison in der NRW-Liga antreten. Wir haben dann – aufgrund der Altersumstellung – zwar die gleiche Konstellation wie in der letzten Saison. Immer noch sind wir in großer Anzahl mit Spielerinnen aus dem jüngeren Jahrgang dabei. Aber: Wir haben schon ein Jahr mit allen zusammen gearbeitet. Jetzt werden wir feststellen können, wie unsere Arbeit zu bewerten ist. Haben wir uns besser entwickelt als andere Programme ? Es kommt die Saison, in der keine Ausreden mehr gelten !“
Unser Arbeitsziel war die Verbesserung von Platz 10 auf Platz 8. Das erschien uns realistisch. Wir wollten Köln und Bochum überholen. Köln ist leider nicht wieder angetreten, dafür waren mit Neuss und Recklinghausen zwei neue Programme in der Liga. Recklinghausen war für uns nicht so recht einzuschätzen, Neuss haben wir für schlagbar gehalten.
Bereits Ende November haben wir gemerkt, dass wir sogar – als Traumziel – Platz 6 würden erreichen können. Ein unerwarteter Sieg in Recklinghausen, wo das Team sich super präsentierte, ein knapper Sieg gegen starke Oberhausener (1. Mannschaft) und ein deutliches Ergebnis gegen Bochum ließen uns leichtsinnig werden. Im Dezember holten uns die Mädchen aus Neuss auf den Boden der Tatsachen zurück. Mit 73:46 schickten sie uns nach Hause. Ich muss gestehen, ich habe danach schlecht geschlafen. Wir hatten an dem Tag keine Chance. Mein Kompliment an die Kollegin Krings. Gute Arbeit !!!
Auf dem Turnier in Lemvig/Dänemark (im Dezember 2009) haben wir uns dann ein wenig stabilisiert.
Die Rückrunde brachte dann die erhofften Erfolge. Gegen Bochum haben wir deutlich gewinnen können, Recklinghausen war eine echte Prüfung, die unsere Mädchen super bestanden haben. Oberhausen konnte uns nicht mehr – wie im Hinspiel – an den Rand einer Niederlage bringen. Der Show Down war dann – perfekt inszeniert – der Saisonabschluss daheim gegen Neuss.
Schon vor dem Spiel war klar: Der Sieger dieser Begegnung wird Platz 6 belegen. Der Verlierer wird – falls ART 7., falls Neuss 8. in der Endabrechnung werden.
Wir wussten zuvor einige wichtige Dinge:
Wenn wir das gute „Pick-and-roll-Spiel“ der Neusser nicht in den Griff kriegen, werden wir wieder untergehen.
Die Neusser haben fast alle Punkte im Hinspiel mit ihrer „starting five“ gemacht.
Der TG fehlt - aufgrund einer Verletzung (leider) ihre beste Spielerin.
Unsere Mädchen haben das Spiel sehr konzentriert begonnen. Mit neuer „starting five“ haben wir von Beginn an den Claim abgesteckt. 10:0 Punkte nach 3 Minuten sind eine starke Duftmarke.
19:10 nach dem 1. Viertel ist dann auch schon das Ergebnis, dass sich ein Heimcoach wünscht.
Das 2. Viertel ging mit 15:10 ebenfalls an uns. Das ist deshalb so wichtig, weil in diesem Spielabschnitt immer versucht wird, alle Spielerinnen ins Spiel zu bringen. Dabei müssen manchmal Abstriche gemacht werden, was das maximal erzielbare Resultat betrifft. Die doch sehr ordentliche Neusser Gegenwehr verhinderte, dass wir schon alle Mädchen einsetzen konnten.
Zur Halbzeit stand es dann 34:19 – das ist schon ziemlich solide.
Im 3. Viertel ist es dann gelungen, allen Spielerinnen Spielzeit zu verschaffen. Besonders erfreulich ist, dass dieser Abschnitt mit 21:10 an uns gegangen ist. Wir haben also wirklich 11 Mädchen gehabt, die auf diesem Niveau mitspielen können.
8:5 Punkte im Schlussviertel ist dann sicherlich kein Resultat, über das man gerne sprechen mag. Wir vermelden es nur aus Chronistenpflicht.
Das am Ende dann mit 63:34 sogar der direkte Vergleich an uns gegangen ist, war keine Absicht. Es ist uns zufällig gelungen und – siehe oben – völlig unwichtig.
Liebe Eltern, liebe Spielerinnen – wir haben nun drei Jahre gemeinsamer Arbeit hinter uns. Wir haben in dieser Zeit heftig miteinander gerungen – ich habe es niemandem leicht gemacht. Aber: Ich habe viel Spaß gehabt, die Mädchen haben enorm gelernt und ich bin stolz auf unsere gemeinsame Leistung.
Ich bedanke mich, ich verneige mich vor Euch und ich wünsche Euch allen eine gute sportliche Zukunft.